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Wie reagiert man angemessen, wenn sich jemand bei einem outet?

Frage eingereicht von Anonym

 

Dannielle sagt:

 

Ich denke immer, dass Ehrlichkeit am besten ist. DENN, LEUTE. Wenn Menschen so tun wollen, als wäre alles cool, führt das nur dazu, dass sich ALLE SUPER SELTSAM FÜHLEN.

Dinge, die Leute zu mir gesagt haben, wodurch ich mich komisch gefühlt hab:

„Oh, ja, das hab ich mir irgendwie gedacht“

„Jesus liebt dich immer noch, er liebt nur nicht unbedingt deine Entscheidungen“

„Ooooh hast du deshalb immer die Nacht mit Carly verbracht?“

„Ist mir egal, ich kenne viele homosexuelle Menschen“

Nun, einige von diesen Aussagen sind gut gemeint, doch jedes Mal, wenn jemand sagte „ist mir egal“, machte mich das irgendwie traurig, weil… MIR IST ES NICHT EGAL. Versteht ihr? Es hat all meinen Mut gebraucht, herauszufinden, wie/wann ich sagen kann ICH BIN LESBISCH (oder was auch immer ich letztendlich gesagt habe) und dann spielte es PERSON so herunter, versteht ihr?

Ich glaube nicht, dass man gespielt überrascht sein sollte, und ich glaube auch nicht, dass man ein riesen Drama aus Allem machen und Dinge sagen sollte wie “OH MANN, ICH HOFFE, ES GEHT DIR GUT?!!?“ Ich glaube, du solltest einfach di*er gut*e Freund*in sein, di*er du bist und ehrlich sein. Ob du es erwartet hast oder nicht, einfach zu sagen „Also, wenn ich Fragen habe, soll ich fragen oder bist du noch nicht soweit?“ kann ein SUPER Weg sein, um zu zeigen, dass du offen bist und die Gefühle deiner*s Freundes*in ins Gespräch einzubeziehen ohne irgendwelche großen Sprüche, die das ganze Gespräch total seltsam werden lassen. Weißt du? Wenn die Person offen für Fragen ist, frag ob sie mit ihrer Familie gesprochen hat und wie das gelaufen ist, über ihre Gedanken zum Outing am Arbeitsplatz, ob sie mit jemandem zusammen ist, solche Dinge eben, sodass ihr eine Grundlage gegeben wird, auf der sie über alles sprechen kann und sich voll unterstützt und wohl fühlt!

Kristin sagt:

 

Seh ich auch so.

Also, es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber 8 von 10 Coming-Out-Momenten sind absolut seltsam und peinlich. SO IST ES EINFACH. Falls der Coming-Out-Moment nicht Teil eines ganz anderen Gesprächs ist, wie zum Beispiel: „Oh, meine Exfreundin stand TOTAL auf One Direction,“ gibt es kaum eine Möglichkeit zu reagieren, die das Gespräch wie eine alltägliche Begegnung erscheinen lassen würde (übrigens, in dieser Begegnung wirst du logischerweise antworten: ‚OMG, wen aus der Band magst du am liebsten?‘).

Das Coming Out ist tendenziell seltsam und peinlich, weil nicht viele alltägliche Begegnungen die Bekanntgabe von Identitätskategorien beinhalten. „HALLO LISA, ICH BIN AUCH DOMINIKANERIN, NUR DASS DU BESCHEID WEISST.“ „HALLO TODD, ICH BIN WETTSCHWIMMER. ICH WOLLTE NICHTS VOR DIR VERBERGEN.“ “HALLO MAMA, ZU DEINER INFO, ICH TRAGE AM LIEBSTEN BOXERSHORTS.“

Wenn der Coming-Out-Moment eher eine Bekanntgabe ist (wie es viele sind) als ein kleiner Teil eines anderweitigen Gesprächs, dann würde ich empfehlen, das Folgende zu sagen: „Danke, dass du das mit mir geteilt hast. Ich weiß, dass das Coming-Out eine große Sache für manche Menschen ist und für andere ist es sehr leicht… Aber wie auch immer es für dich war, ich möchte, dass du weißt, dass du mir wichtig bist und ich es sehr zu schätzen weiß, dass du mir genug vertraust um diesen Teil von dir mit mir zu teilen. Also, wenn es deine Liebe für Pizza nicht beeinflusst, willst du mit mir in die Mensa gehen?“

So hast du nicht nur gesagt “du bist mir wichtig”, sondern du hast den Moment als wichtig anerkannt UND du hast der Person die Möglichkeit gelassen, einfach ein Stück Pizza zu schnappen und weiterzumachen, wenn das das ist, was sie braucht/möchte/etc. Auf dem Weg zur Mensa kannst du dann noch hinzufügen: „Ach, und falls du mal mehr über irgendwas reden magst, ich bin ganz Ohr.“ Bamm. Boom. Beste*r Freund*in Award geht an DICH.

Danke und guten Tag.

 

[ übersetzt von Anna (M) ]

Originaltext: http://everyoneisgay.com/when-someone-comes-out-to-you/

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