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Wie outet man sich… sich selbst gegenüber?

Frage eingesandt von Anonym

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Dannielle sagt:

Setz dich selbst nicht so sehr unter Druck? Natürlich ist es für jeden Menschen anders, aber es geht vor allem darum, sich gut zu fühlen und ES IST SO SCHWER SICH GUT ZU FÜHLEN, WENN MAN SICH SELBST EIN FÜRCHTERLICHES GEFÜHL GIBT.

Sei dir einfach bewusst, dass es keinen Grund gibt, eine Kategorie zu wählen, es gibt nichts zu verkünden, es gibt keinen richtigen oder falschen Weg, irgendetwas zu tun, es gibt keine Zeitvorgabe, es gibt keine Schublade, in die du hineinspringen musst. Was du jetzt gerade tust, Fragen zu stellen, ist DER BESTE TEIL. Jetzt gerade sitzt du Zuhause und denkst: „oh fuck, ich passe nicht in das Bild, in das mich die Gesellschaft versucht zu zwängen, was ist es, das ich wirklich will?” Da du noch nicht ausgetüftelt hast, was du im Leben wirklich willst, fragst du uns. Du willst, dass wir dir sagen: „glaubst du, dass Brüste cool sind? OKAY DU BIST GAY“. Aber so einfach ist es nicht. Es gibt keinen Frage-und-Antwort-Leitfaden. Der Tüftel-Teil ist der beste Teil.

Lass dir Zeit. Wenn du feststellst, dass du dich von allen möglichen verschiedenen Arten von Menschen angezogen fühlst, VERABREDE DICH MIT ALLEN VON IHNEN. Halte dich nicht zurück, mit jemandem auszugehen, nur weil du zuvor noch nicht verkündet hast, dass du ein Mensch bist, der mit einer bestimmten Art von Mensch ausgeht… Also… Was ich damit sagen will: Das wäre ein schlechter Grund.

Du outest dich nicht dir selbst gegenüber. Du tüftelst langsam aber sicher aus, welche Dinge du im Leben möchtest. Du fühlst dich immer wohler, während du dich gegen das stellst, was Menschen dir aufzwingen wollen. Du beginnst, dich gut zu fühlen. ENDLICH BEGINNST du, dich einfach wirklich, wirklich gut zu fühlen. Gewähre dir selbst die Zeit. Du machst alles richtig.

[ übersetzt von Anna (M) ]

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Kristin sagt:

Alles, was Danielle gesagt hat, plus Folgendes:

Als ich 14 Jahre alt war, war ich unglaublich in ein Mädchen verliebt, hab aber angenommen, dass ich einfach nur UNBEDINGT ihre beste Freundin sein wollte.

Als ich 16 war, küsste ich als Mutprobe ein Mädchen und hab alle meine Freund*innen angerufen um ihnen mitzuteilen, dass ich es gehasst habe und ich auf jeden Fall heterosexuell bin. Ein Hurra auf mich!

Als ich 16 war küsste ich ein Mädchen ohne Mutprobe und ich hatte Millionen Schmetterlinge im Bauch und keine Ahnung was zur Hölle ich tun sollte. Ich outete mich gegenüber meiner Eltern als bisexuell.

Als ich 18 war, verstand niemand was ich meinte, wenn ich erzählte, dass ich bisexuell sei und deshalb outete ich mich erneut: Nun als lesbisch, was mich immer in Panik versetzt hat, wenn ich einen Kerl attraktiv fand. Ich versuchte nämlich so lesbisch zu sein wie ich nur konnte.

Als ich 26 war, fing ich an mir zu erlauben herauszufinden wer ich war, ließ Gefühle zu anstatt mich selbst zu kontrollieren. Und ich habe eine Menge darüber gelesen was es heißen könnte „queer“ zu sein. Oh, und ich habe das Wort „queer“ gelernt.

Als ich 33 war, wurde mir klar, dass ich, als ich 18 war, aus den völlig falschen Gründen eine Identität aufgegeben hatte.

Mittlerweile sage ich: Ich bin queer, ich bin bisexuell, ich bin homosexuell, und ich sage: es ist egal, was ich sage… Weil ich ich bin und du bist du… Und was ich möchte und wie ich es bezeichne, könnte sich auch weiterhin laufend verändern.

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[ übersetzt von Anja ]

Originaltext: http://everyoneisgay.com/coming-out-to-you-yourself-and-you/

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