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everyoneisgayingermany                                    

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Ich bin ein fettes Mädel, und meistens ist das voll ok für mich. Trotzdem kann ich nicht aufhören, meinen Körper mit dem meiner Freundin zu vergleichen, vor allem, wenn wir nackt sind/Sex haben. Sie ist dünner als ich und ich werde dann immer sehr unsicher. Wie gehe ich mit dieser verinnerlichten Fettfeindlichkeit* um?

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Frage eingereicht von Anonym und beantwortet von Bethany Rutter als Teil von Everyone Is Gay: Second Opinions

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Bethany sagt:

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Liebes Fat Babe,

es freut mich wirklich, zu hören, dass du dich mit deinem Körper meistens wohl fühlst – das ist sehr viel mehr als bei vielen anderen dicken Mädels, leider! Bezüglich deiner aktuellen Zwickmühle (und ich weiß, dass Zitate unelegant sind), aber ein berühmter weißer Kerl hat mal gesagt: „Der Vergleich ist der Dieb der Freude.“ Und ich glaube wirklich, dass das stimmt.

Als jemand, der Beziehungen mit Menschen aller Geschlechter führt, bin ich oft dann besonders unsicher, wenn ich mit Frauen zusammen bin und mit ihnen schlafe, denn ich weiß, wie eindringlich und schädlich Fettfeindlichkeit* unter Frauen ist, dank unterdrückerischer patriarchaler Körperstandards. Aber dann muss ich mir nur selbst sagen: Vertraue ich dieser Person? Denn das ist, worauf es hinausläuft. Zu denken: „Sie verurteilt mich, beurteilt meinen Körper, wie könnte sie auch nicht?“ hindert mich daran, die Tatsache zu schätzen, dass sie hier ist, jetzt. Deine Freundin hält dich wahrscheinlich für superheiß, sonst würde sie nicht mit dir ins Nest steigen. Darauf musst du vertrauen, vertraue ihrem außerordentlichen Geschmack in Frauen (dich).

Deine Nachricht gibt kein Anzeichen dafür, dass deine Freundin Unzufriedenheit mit deinem herrlichen fetten Körper geäußert hätte, und es klingt danach, dass der meiste Beef von deinen eigenen Unsicherheiten kommt. Ich weiß, wie schwer es da draußen ist für fette Babes, aber ich weiß auch, dass nur du es ändern kannst. Romantische, sexuelle und platonische Beziehungen zu haben, mit Menschen, die dich gut behandeln (deinen Geist, deinen Körper und deine Seele), ist ein guter Anfang. Aber wenn du keine Schritte tust, um dem selbst auch gleichzukommen, dann wird es deinen Unsicherheiten leicht fallen, sie wegzustoßen.

Meine Top Tips, um dein Fett-Selbstvertrauen zu steigern, sind:

Erstens, lerne deinen Körper kennen und betrachte ihn von jeder Seite. Du kannst nicht wirklich etwas lieben, ohne es intim zu kennen und eine ehrliche Beziehung mit ihm zu haben. Sieh dich selbst im Spiegel an, sieh, was deine Freundin sieht, wenn ihr zusammen im Bett seid.

Zweitens würde ich dir empfehlen, dir Fotos von anderen heißen fetten Babes anzusehen, und darüber nachzudenken, wie wunderschön sie sind. Normalisiere deine Beziehung mit attraktiven fetten Körpern. Und nochmal, versetze dich in die Lage deiner Freundin: versuche, zu verstehen, welch wahre Schönheit sie betrachtet, wenn sie dich ansieht.

Bitte deine Freundin, dir zu sagen, warum sie deinen Körper liebt, was dich sexy macht, warum sie sich zu dir hingezogen fühlt. Fang an, dich selbst so zu sehen, wie sie dich sieht, anstatt an einem patriarchalen Rennen teilzunehmen, das, in diesem Fall, niemand gewinnt. Dich mit deiner Freundin zu vergleichen und dich schlecht zu fühlen macht nur Sinn, wenn fett zu sein schlecht ist, und das ist es nicht. Du bist zweifellos ein Hochgenuss, und du hast eine Partnerin gefunden, die mit dir nackt sein will. Verschwende diese großartigen Dinge nicht an Unsicherheit und Scham!

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[ übersetzt von Anna (M) ]

English version (original): http://everyoneisgay.com/internalized-fatphobia/

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*Wir bevorzugen an dieser Stelle den Begriff „Fettfeindlichkeit“, da es sich hier auch eher um einen Hass, eine Feindlichkeit handelt als um eine Phobie. Auf Menschen, die unter Phobien leiden, hat die Gleichsetzung von Feindlichkeit oder diskriminierendem Verhalten mit Phobien oft negative Auswirkungen. „Fettphobie“ (wie im Originaltext „fatphobia“) kommt daher für uns als Begriff nicht in Frage.

[ We prefer „fat antagonism“ over „fatphobia”, because the latter can have negative consequences for people suffering from actual phobias. In this case, it is not a phobia we’re talking about, and a phobia shouldn’t be equated with hate/antagonism/discriminatory behavior. ]

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