p
p
p
p
p
Reblog
p

p

Wie kann ich im Schlafzimmer kommunizieren ohne eine Panikattake zu bekommen? Ich schaffe es nicht, die Worte aus meinem Mund zu bekommen und falle dann in einen seltsamen Gedankenstrudel, der letztlich den Sex frühzeitig beendet. Bitte um Hilfe?

Frage eingereicht von Anonym

p

Bethany Rutter sagt:

Ich würde die Gespräche führen bevor ihr ins Schlafzimmer geht, beziehungsweise ins Bett, aber auf jeden Fall bevor ihr so weit seid, euch im Bett auszuziehen. Es kann zu viel werden, zu persönlich, zu kritisch, um diese Gespräche zu führen, sobald der Sex bereits im Gange ist. Darüber, was man will und was nicht und was geil ist und was einem irgendwie unangenehm ist, spricht man am besten in einer entspannten Umgebung bevor man zur Sache kommt. „Weiß du, was wirklich geil wäre?“ oder „Hey, ich finde es ein bisschen komisch, wenn…“ sind gute und legitime Einstiege.

Zu wissen, was du sagen willst und sich zu fühlen als hätte man etwas Konkretes, womit man arbeiten kann ist oft schon die halbe Miete bei der Kommunikation. Es könnte eine gute Idee sein, für dich selbst eine Liste zu machen, die aus drei Dingen besteht: Dinge, von denen du weißt, dass du sie magst, Dinge von denen du weißt, dass du sie nicht tun möchtest, und Dinge, bei denen du dir nicht sicher bist, doch unter den richtigen Umständen würdest du es gerne ausprobieren. Das könntest du direkt aufschreiben in einem E-Mail-Entwurf oder einer Notiz auf deinem Handy, sodass es in deinem Kopf klarer wird und du, wenn es zu deiner nächsten sexuellen Begegnung kommt, deine Turn-ons, Turn-offs und die Dinge, auf die du neugierig bist, artikulieren kannst. Es mag vorschreibend und unspontan wirken, aber klar in deinem Kopf zu haben, wovon du weißt, dass du es magst und was nicht, kann es wahrscheinlicher machen, dass du darüber selbstbewusst sprechen kannst und das, was du sexuell möchtest, auch bekommst. Um ganz offen zu sein: Ich habe diesen Ansatz von einer Person gelernt, mit der ich was hatte, und seither war es für mich super hilfreich. Die Menschen mögen es oft sehr gerne, darüber zu sprechen, worauf sie sexuell stehen und werden das aber nicht oft von ihren Sexualpartner*innen gefragt. Die Annahme, dass es eine Einheitslösung für da Sexleben gibt ist der Weg in die Langeweile, den Ruin und das Unglücklichsein.

Außerdem: ein seltsamer Gedankenstrudel ist nicht unbedingt ein guter Grund, den Sex zu beenden. Wenn du dich unwohl fühlst und eine sexuelle Begegnung dich ein bisschen beunruhigt, dann hast du absolut das Recht, an egal welchem Punkt abzubrechen.

Ich will’s nicht zu kompliziert machen, aber Meta-Kommunikation (also Kommunikation über die Kommunikation) ist ein wirklich wertvoller Teil von Beziehungen jeder Art. Mit deine*r Partner*in oder deinen Partner*innen darüber zu sprechen, wie du kommunizieren willst und wie nicht, über dein ideales Szenario, um zu sprechen, über deine schlimmsten Kommunikationsalpträume, das kann super hilfreich sein. I lose Probleme gerne sofort, wenn ich also mit einem Menschen in Konflikt bin, der lieber ein bisschen Zeit zum Nachdenken hat, bevor er sein Position äußert, dann muss ich das über diesen Menschen wissen, damit ich nicht den Eindruck bekomme, dass er mir ausweicht und mich nicht wertschätzt. Klarzustellen, wie du sprechen möchtest, und zu hören wie es dein Gegenüber mag, wird eure Kommunikation jedes Mal ein wenig verbessern.

***

p

Bethany ist lebt, schreibt und bloggt in London. Sie erbringt mehr Zeit damit, nichtmonogam und queer zu leben als damit, darüber zu schreiben, aber hoffentlich kann sie uns in schriftlicher Form helfen. Sie liebt süße Kleidung für dicke Mädels, obsessives Lesen, Lippenstift, die Serie „Broad City“ und aufmunternde Worte zu geben. Folgt ihr auf Twitter unter @archedeyebrowbr

p

[ übersetzt von Anna (M) ]

Originaltext: http://everyoneisgay.com/lets-talk-about-sex-baby/

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel




- KONTAKT -


Created with Wordpress Theme Hitchcock

© Queerlig 2016