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“Gestern”

Gedanken und Reflektionen

von Kristin Russo

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Gestern bin ich aufgewacht nach einer Nacht voller Tränen, und sah dutzende E-Mails und Spenden, die in Unterstützung meiner Arbeit mit LSBTTIQ-Jugend bei mir eingegangen sind.

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Gestern trug ich mein „Nasty Woman“ T-Shirt im Coffeeshop, und ein Schwarzer Mann kam zu mir und sagte, er wolle so ein Shirt für sich und seinen Sohn. Ich sagte zu ihm, dass ich immer für ihn kämpfen werde.

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Gestern rief mich meine Mom unter Tränen an. Sie sagte, sie fühle sich allein. Sie sagte, sie liebt micht. Sie sagte mir, dass ich früher, als ich ein kleines Kind war, immer die Schlümpfe angesehen habe, und dann sie anblickte und sagte: „Schau, Mom, sie halten sich alle an den Händen. Dadurch weiß man, dass sie gewinnen werden.“

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Gestern bin ich zur Therapie gegangen.

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Gestern habe ich Familienmitglieder auf Social Media geblockt.

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Gestern habe ich geweint. Ich habe meine Frau, Jenny, festgehalten. Ich habe noch mehr geweint.

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Gestern war ich live auf Facebook, um einen Raum für andere in unserer Community zu schaffen, die Angst haben. Wir haben geredet. Wir haben Ressourcen geteilt. Jenny hat die “Rainbow Connection” gesungen.

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Gestern habe ich gearbeitet und gearbeitet und gearbeitet und gearbeitet.

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Gestern habe ich eine Sprachmemo aufgenommen als Versuch, ein sechsjähriges Kind zu trösten, das weinen aufgewacht ist und seine beiden Moms gefragt hat, wie wir es zulassen können, dass ein böser Mann unser Präsidenten ist.

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Gestern habe ich mein Privileg als weiße, cisgender Frau wiedererkannt und anerkannt.

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Gestern hatte ich Angst um meine Braunen*, Schwarzen, behinderten, eingewanderten Freund*innen, meine Freund*innen ohne Einwanderungspapiere und meine muslimischen Freund*innen. Meine trans Freund*innen. Meine Freund*innen, die sexuelle Gewalt überlebt haben. Meine Freund*innen.

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Gestern war der 9. November 2016.

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Heute werde ich kämpfen. Morgen werde ich kämpfen.

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Ich werde niemals, niemals aufhören zu kämpfen.

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[ übersetzt von Anna (M) ]

* ”Braun” bezieht sich im Englischen auf Menschen mit “brauner” Hautfarbe, im Deutschen bekommt die Farbe leider eine etwas andere Konnotation als Farbe der Nazis – da es sich um eine Übersetzung aus dem Englischen handelt, ist dieser Bezug hier natürlich nicht vorhanden.”

Originaltext: http://everyoneisgay.com/yesterday/

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