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A N N A   ( M ) :   D E A R   B O D Y

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Bildbeschreibung / Image description: Grau-weiße Bleistiftzeichnung. Anna posiert nackt. Ihr Körper ist dick, kurvig und weich, und ihre Brüste hängen, sie hat Fettrollen am Bauch und Cellulitis am Po. / Grey on white pencil drawing. Anna posing naked. Her body is fat and curvy and soft, her boobs saggy, and she has some belly rolls, and cellulite on her butt.p

MEIN

Aus meinen Augen
Mein Blick findet drinnen keinen Halt.
Im Körper verloren.
Im Körper allein.

In meine Augen
Mein Körper
ist ein unzulänglicher Ort,
um zu sein.

Durch meine Augen
ins Abseits.
Der Körper verlassen.
Der Körper allein.

Schlafende Augen
suchen Kontakt
und finden –
nur meinen Körper.

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Lieber Körper,

ich habe es noch nicht geschafft, dich zu akzeptieren.
Ich habe es noch nicht geschafft, in dir anzukommen und mit dir glücklich zu sein.
Ich habe es noch nicht geschafft, mich selbst in dir zu sehen
mich selbst in dir zu fühlen.
Und das tut mir leid.

Ich zeichnete dich, mit unseren Händen.
Ich betrachtete dich, mit unseren Augen.
Und ich mag die Zeichnung.
Es ist seltsam für mich
dich anzusehen
und zu mögen, was ich sehe.

Und es ist radikal, vielleicht das Radikalste, was ich je gemacht habe, dies öffentlich zu teilen, sodass es alle sehen können.

Und es ist beängstigend.

Ich wage es, zu existieren. Ich wage es, in dir zu existieren.

Es ist vielleicht das erste Mal, dass ich etwas für dich tue. Für uns. Für mich.


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 Bildbeschreibung / Image description: Grau-weiße Bleistifzeichnung. Anna posiert nackt, Ihr Körper ist fett, kurvig und weich, ihre Brüste hängen. Sie sitzt in einem ein wenig geöffneten Schneidersitz. Ihre Hände treffen ihren linken Fuß vor ihr, und versperren die Sicht zu ihrer Vulva. Sie sieht die Betrachtenden direkt an. / Grey on white pencil drawing. Anna posing naked. Her body is fat, curvy and soft, her boobs saggy. She is sitting with her legs spread apart, angled at the knees. Her hands meet her left foot in front of her, blocking the sight to her vulva. She is looking directly at the viewer.p

M.K.

Dein Griff, um mich.
Dein Griff, in mir.
Ich spüre noch die Abdrücke.

Dein Spiel, um mich.
Dein Spiel, mit mir.
Ich spüre noch die Angst.

Deine Lüge, um mich.
Deine Lüge, zu mir.
Ich spüre noch die Schuld.

Deine Schuld, um mich.
Deine Schuld, in mir.
Ich spüre noch die Scham.

Mein Licht, um mich.
Mein Licht, in mir.
Du spürst niemals den Glanz.

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Lieber Körper,

du wurdest verletzt, und ich fühlte es. Du wirst noch immer verletzt, und ich reagiere darauf, indem ich dich noch mehr verletze, und dich verlasse.

Ich sitze auf meinem Bett, nackt. Nur du und ich. Ich sehe dich an, sehr genau. Es ist 3 Uhr morgens, aber meine Tageslichtlampe wirft helles Licht auf dich. Ich zeichne dich wieder.

Ab und an, ganz vorsichtig, funkt ein kleines bisschen Freude in mir auf, und in dir, wenn ich deine Weichheit sehe und fühle.

Ich denke, ich möchte wieder in dich einziehen. Du bist weich, du bist groß, und du bist mein. Ich beanspruche dich wieder als mein Eigenes und ziehe zurück, in dich. Mein Zuhause.


Die Originalpostings auf Instagram findet ihr HIER und HIER.


Mehr von Annas Kunst unter www.annamariadirrigl.de.